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DIE SCHÄTZE DER BLATNÁ-REGION

Bible benátská z Uzeniček (Venezianische Bibel aus Uzeničky)

Als Textvorlage für die „Bible benátská“ (Venezianische Bibel, Venedig 1506) dienten die Erstdrucke der Bibeln – „Bible česká“ (Böhmische Bibel), auch „Pražská“ (Prager Bibel) genannt (1488) und die spätere „Kutnohorská bible“ (Kuttenberg-Bibel, (1489). Ursprünglich wurde sie bis zum 18. Jahrhundert für die erste tschechische Bibel gehalten. Der Druck wurde von Prager Bürgern finanziert, nämlich von Jan Hlavsa z Liboslavi, Václav Sova z Liboslavi und Burian Lazar, die es sich leisten konnten, die Druckerei von Hermann Lichtenstein mit der anspruchsvollen Aufgabe zu beauftragen. Damals wurde die Druckerei von dessen Neffen Peter geleitet. Obwohl Peter Katholik war, nahm er dieses Angebot von den Kalixtiner-Patriziern an und druckte sogar die ganze Bibel mit akzentuierter Bastarda-Schrift (Buchstaben mit Diakritik), die zu diesem Zweck speziell aus Böhmen gebracht werden musste. Die Bestellung ging insbesondere deshalb nach Venedig, weil die heimischen Druckereien nicht so gut ausgestattet waren, um ein dermaßen anspruchsvolles Werk herstellen zu können. Mit derselben Schrift wurden in Venedig noch zwei weitere tschechisch geschriebene Werke gedruckt: „Kniežky tyto slovú Zrcadlo“ (Diese Bücher heißen Spiegel) (Venedig 1506) und „O boji duchovnieho Jeruzaléma s Babylonskými“ (Vom Kampf des geistigen Jerusalems mit den Babyloniern) (Venedig 1506). Im Gegensatz zur Bibel handelte es sich hierbei um kurze Drucke mit nur 38 Blättern.

Dieser Druck gelangte zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Uzeničky in das Kreismuseum in Blatná und wurde vom damaligen Verwalter Josef Siblík übernommen. Überraschend war, dass diesen Druck Josef Janota dem Museum geschenkt hat, wie das kostbare Buch in seine Hände gelangt ist, wissen wir aber nicht.

Bezdědovice-Schatz

Nördlich von der Gemeinde Bezdědovice entdeckte Karel Říha im Jahr 1997 auf einem Hügel im Wald Dubina einen Sammelfund oder auch Depotfund, nämlich eiserne Gegenstände aus der jüngeren Eisenzeit. Der Fund umfasste insgesamt 48 ganze geschmiedete Produkte und 137 Bruchteile, alles wog insgesamt 7,15 kg. Die Artefakte waren in einer Tiefe von 0,2 – 0,3 m von Granitsteinen umgeben und mit einem großen Stein zugedeckt. Die Gegenstände waren vermutlich in einen Stoff gewickelt, von dem allerdings nichts übrig blieb.

Weshalb die Gegenstände hier versteckt wurden verrät die 500 m entfernte keltische Siedlung, in der wahrscheinlich der Schmied lebte, der alle Gegenstände versteckt hat. Auch wenn es sich um Gebrauchsgegenstände handelte – Metallteile von Rädern, Zaumzeug für Pferde, Scheren, Äxte, Schaufeln, Hammer usw. –waren diese Gegenstände für ihn wertvoll. Er versteckte sie vermutlich im 2. oder 1. Jh. v. Chr., da die keltische Zivilisation damals unter dem Druck der kommenden Germanen und Römer bereits ihrem Ende entgegensah.